• Familienhilfe bei „Manda“

  • familienhilfe
  • Entstehung, Ziele, Struktur

    Einhergehend mit den Einschulungen werden bei MANDA seit 2005 Familienhilfen angeboten. Vor den Einschulungen werden intensive Gespräche mit Familie und Angehörigen geführt, da diese Kinder nicht mehr auf der Straße leben sollen. Wenn die Kinder über das Einschulungsprojekt regelmäßig Kleidung, medizinische Versorgung, Unterricht und Nahrung erhalten, verbessert dies zwar die momentane Situation des Kindes, um aber eine langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen zu erhalten, ist es nötig, dass auch die Eltern mit in das Projekt einbezogen werden. Somit wird allmählich die Abhängigkeit der Kinder von MANDA gelockert und sie werden auf ein eigenständiges Leben mit der Familie vorbereitet.

    Da die Eltern in finanzieller Not leben, ist weder der tägliche Nahrungsbedarf gedeckt, noch können sie sich ein Haus leisten, geschweige denn den Kindern einen Schulbesuch ermöglichen. Dies hat oft psychische Probleme zur Folge und es kommt nicht selten zu physischen oder psychischen Misshandlungen der Kinder. Um den damit verbundenen Zerfall der Familiengemeinschaft entgegen zu wirken und zu stärken, wurde das Familienhilfeprojekt.

    MANDA übernimmt hierbei z.B. die Kosten für Reparaturarbeiten an den Häusern der Familien sowie deren Mieten oder/ und die Familien erhalten Mikrokredite, um ein eigenes Geschäft aufzubauen bzw. am Leben zu erhalten. Dadurch haben sie dann die Möglichkeit, ein regelmäßiges Einkommen zu erhalten und somit später selber für die Bedürfnisse ihrer Kinder aufkommen zu können.

    Einmal pro Woche findet in der Sozialstation TSIRY ein direktes Gespräch mit den Familien und den zuständigen Sozialarbeitern_innen statt. Darüber hinaus werden bei MANDA regelmäßig Workshops für die Eltern angeboten, u.a. in den Bereichen Kinderrechte, Gewaltprävention, Sexualaufklärung, innerfamiliäre Beziehungen zwischen Eltern und Kind sowie Budgetverwaltung Viele unserer Projektkinder kommen ja aus teilweise zerrütteten Familienverhältnissen. Durch die Rückführung der Kinder und die sozialpädagogische Begleitung durch MANDA wird der Familienzusammenhalt nachhaltig gestärkt.

    Im Moment (März 2017) werden insgesamt 93 Familien finanziell, mit Lebensmittelspenden oder durch Fortbildungen/Workshops unterstützt.

    Mikrokredite

    Mikrokredite werden ebenfalls seit 2005 von MANDA im Rahmen der Familienhilfe vergeben. Diese sollen primär dazu dienen, Familien, deren Kinder über das Einschulungsprojekt von MANDA gefördert werden und einen entsprechenden Finanzbedarf haben, eine berufliche/ geschäftliche Basis aufzubauen. Insgesamt konnten seit 2005 132 Familien im Rahmen des Mikrokreditprogramms unterstützt werden. (Stand März 2017)

    Dieses Programm ist bisher ein großer Erfolg. Erstens ermöglicht es den Eltern entweder eine Geschäftsidee zu entwickeln und mit der Umsetzung zu beginnen (z.B. Obst- und Gemüseverkauf, Verkauf kleiner technischer Geräte) bzw. für ihre jeweilige Aktivität mehr investieren zu können. Zweitens können die Eltern danach ihren Gewinn bei MANDA ansparen und dadurch ihre Lebensumstände verbessern.

    Mietzahlungen

    Insgesamt haben seit 2005 116 Familien eine finanzielle Unterstützung bei ihren Mietzahlungen erhalten (Stand März 2017). Die Mieten liegen zwischen 6.000 Ariary (ca. 2 €) bis 15 000 Ariary (ca. 5 €).

    Kosten

    Da die Kleinkredite einmalig gegeben werden und sich die Anzahl der unterstützten Familien von Monat zu Monat ändert, entstehen die Kosten unregelmäßig. Jede Familie, die mit einem Kleinkredit unterstützt wird erhält circa 14 Euro, die dieser den Aufbau eines eigenen Geschäfts ermöglicht.

    Insgesamt haben in den 12 Jahren seit 2005 921 Elternteile vom Familienhilfeprogramm unmittelbar profitiert. 282 von ihnen wurden individuell von MANDA begleitet.