• A LITER OF LIGHT

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  • HINTERGRUND & FUNKTIONSWEISE

    Ein Großteil des täglichen Energiebedarfs auf Madagaskar ist immer noch abhängig von Petroleum, Kerzen, Batterien, dieselbetriebenen Generatoren sowie Feuerholz, dessen Herstellung und Verkauf teuer ist und die ökologische Situation des Landes auch weiter verschlechtert.

    Die Wellblechhütten in den Armutsvierteln sind aus Platzmangel meist Wand an Wand errichtet, oft fensterlos und manchmal herrscht (trotz Tropensonne draußen) dort 24h Dunkelheit.

    Trotzdem gehen Millionen Menschen in solchen Wellblechhütten ihrem Alltag oder einem Kleingewerbe nach. Es wird genäht, geschustert, gekocht und gehandwerkelt. Immer am Rande des Existenzminimums, müssen sie noch mehrere Euros Stromkosten für eine Glühlampe zahlen und spart dabei am Schulgeld für die Kinder.

    Das Projekt "A Liter of Light" soll einen wertvollen Beitrag leisten, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen und nach dem Vorbild von Alfred Moser und der MYSHELTER Foundation Initiative „liter of light“ nachgebaut werden.

    Seit 2012 wird das "Flaschenprojekt" überaus erfolgreich in den Armutsvierteln u.a. auf den Phillipinen durchgeführt. Hierbei wird mit Hilfe einer mit Wasser und Bleichmittel gefüllte Plastikflasche, einem Wellblechdach und anderen leicht erhältlichen Utensilien Licht in Unterkünften geschaffen, an Orten, an denen Menschen keinen Zugang zu Elektrizität haben. Die obere Hälfte der Flasche wird wetterfest in dem Stück Wellblech befestigt und dann in das Hüttendach montiert, so dass sie oben von der Sonne beschienen wird. Der Brechungsindex des Wassers in der Flasche sorgt dafür, dass das Sonnenlicht direkt nach unten umgeleitet wird und erleuchtet den Raum mit einer Lichtintensität von ca. 50 Watt.

    Unter dem Namen von MANDA wird das Projekt „A Liter of Light“ nun kostenlos vor allem in den zahlreichen Blechhütten in der Hauptstadt Madagaskars verwirklicht.

    PROJEKTBESCHREIBUNG & ZIELE

    Uwe Marschall (www.mahafaly.de) der Gründer der Projektarbeit von ZAZA FALY e.V. in Antananarivo im Jahre 1995, brachte die Projektidee Ende 2013 nach Madagaskar.

    In der ersten Phase (Versuchsphase) wurden zunächst zwei Ausbilder und 13 Jugendliche der Tischlerei- Ausbildungswerkstatt FELANA zur Herstellung und Installation der Flaschen ausgebildet.

    Die weiteren Schritte bestanden darin insgesamt 100 Flaschen zu produzieren und diese an einem festen Tag in der Woche nach und nach in den Armenvierteln der Stadt zu installieren. Dieses Ziel wurde im Juni 2015 erreicht.

    2016 wurden u.a.100 interessierte Familien befähigt, mit den entsprechenden Materialien selbstständig Lichtflaschen herzustellen und einzubauen. Ziel dieser Maßnahme ist es, das Wissen unabhängig von der Institution MANDA weiterzugeben und die Bevölkerung selber zu Multiplikatoren der Idee auszubilden. Diese Phase wurde von entsprechender Informations‐ und Aufklärungsarbeit begleitet.

    So hat MANDA bereits verschiedene Informations- und Aufklärungsveranstaltungen in den Bereichen Recycling, Umweltschutz, Solarenergieg und Gesundheit durchgeführt. Z.B. hat MANDA Anfang 2015 im Hotel "Carlton" vor 150 Teilnehmern_innen von nationalen und internationalen Hilfsorganisationen das LOL- Projekt vorgestellt..

    Langfristiges Ziel ist es, eine Dominoreaktion des Projektes auszulösen und die Umsetzung in sehr vielen Vierteln der Stadt Antananarivo ermöglichen zu können. Das Projekt soll sich nicht auf die Familien der Kinder von MANDA beschränken, sondern alle Bedürftigen versorgen. Die Zusammenarbeit mit diversen Vierteln ist wünschenswert, um gleichzeitig Werbung für die Projektarbeit der "NRO Manda" machen zu können.

    Der große Vorteil von „a Liter of Light“ ist es, dass niemand sich an Patenten oder Technologieverkauf bereichern kann und es jederzeit von allen preiswert und beliebig nachgebaut werden kann. Die Kosten betragen unter 1,50 € pro Lichtsatz, die Lebensdauer etwa 5 Jahre und es ist keinerlei Wartung erforderlich.

    ERGERBNIS UND AUSWIRKUNGEN

    Was die Installation der Flaschen erschwert, sind die teilweise sehr schwierigen Vorraussetzungen, unter denen ein Einbau stattfindet. Gründe dafür sind z.B. die größtenteils schlechte und instabile Verfassung der Wohnunterkünfte und die teilweise extremen klimatischen Bedingungen. Besonders in der Regenzeit kann es vorkommen, dass ein Einbau von LOL- Flaschen erschwert oder gar unmöglich ist. Dann beschränken sich die Hilfen hauptsächlich auf die Reparatur/ Stabilisierung der bereits installierten Flaschen bzw. der Dachkonstruktionen, in denen sie eingebaut werden.

    AUSWIRKUNGEN AUF DIE JUGENDLICHEN

    Das Projekt stellt eine zusätzliche Motivation für die Jugendlichen dar, ihre Ausbildung bei MANDA weiterzuverfolgen. Die Durchführung der Projektphasen hat verschiedenste Lernbereiche für sie eröffnet: die Produktion der Lichtflaschen, der Installationsvorgang, die Kommunikation mit den Besucher_innen und die selbstständige Darstellung der eigenen Tätigkeit vor Publikum bei Präsentationen des Projektes.

    Das Projekt trägt zu ihrer gesellschaftlichen Integration bei, da die Jungen die Chance bekommen, selber etwas beizutragen. Das Bewusstsein, an einer positiven Entwicklung des Landes aktiv beteiligt zu sein, steigert ihr Selbstwertgefühl.

    AUSWIRKUNGEN AUF DIE FAMILIEN

    Dank der Unterstützung durch das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und Zaza Faly e.V. können Familien von einem erhöhten Lebensstandard durch die Ressourcenschonende Beleuchtung ihres Wohnraumes profitieren. Bis Ende 2016 wurden bereits mehr als 150 Lichtflaschen installiert sowie mehr als 40 modifiziert bzw. repariert.